Konzept zur Umsetzung der neuen Schuleingangsphase

ab dem 1.8.2005 an der GGS Oberforstbach

1. Modell für die Unterrichtsorganisation


Unsere Schule wird ab dem Schuljahr 2005/2006 die Klassen der Eingangsstufe jahrgangsbezogen unterrichten.

Das Konzept unserer Schule

  • berücksichtigt die individuellen Voraussetzungen des einzelnen Kindes, seine individuellen Lernmöglichkeiten und Erfahrungen
  • sieht ein gemeinsames Lernen der Kinder vor sowie die partnerschaftliche Unterstützung
  • führt durch fördernde und ermutigende Hilfe zu systematischen Formen des Lernens
  • führt die Kinder zu Formen eigenständigen Lernens
  • entwickelt Interesse, erhält und fördert Lernfreude
  • ermöglicht ganzheitliche Bildung

 

2. Differenzierung


Unser Modell der Differenzierung und Individualisierung verfolgt die mit der Einführung der Schuleingangsphase verbundenen Ziele.

Das Lernen in einer festen Stammgruppe und mit einer festen Bezugsperson dient der Orientierung der Kinder und ermöglicht ihnen ein Hineinwachsen in das schulische Lernen innerhalb einer geborgenen Atmosphäre.

Die bisher in unserem Unterrichtsalltag praktizierten Formen der Differenzierung und Individualisierung werden weiter fortgeführt. Klassenübergreifende sowie jahrgangsübergreifende Lernmöglichkeiten werden verstärkt in die Arbeit der Eingangsstufe integriert und dienen einer noch intensiveren Förderung aller Kinder. So soll erreicht werden, dass Kinder die Schuleingangsphase statt in der Regelzeit von zwei Jahren auch in einem oder in drei Jahren durchlaufen können.

Folgende differenzierende Lernmöglichkeiten sollen praktiziert werden:

 

2.1 Innere Differenzierung

  • Offener Unterrichtsanfang in der bisher praktizierten Form
  • Werkstätten (fächerübergreifend, möglichst viele Fächer integrierend)
    • Regelmäßiges Arbeiten in der Schreib- und Lesewerkstatt nach Sommer-Stumpenhorst (ca. eine Stunde täglich)
    • Zwei bis drei fächerübergreifende Themenwerkstätten pro Schuljahr, an denen jeweils ca. zwei Monate regelmäßig gearbeitet wird
  • Freie Arbeit (insbesondere SU, D, M)
    • An ca. vier Tagen eine Unterrichtsstunde
    • Während der Lerngruppenarbeit (s.u.)
    • Geregelte Öffnung der Klassenräume in der Freiarbeit
    • Es werden Lernecken zur Verfügung gestellt (z.T. schon vorhanden)
  • Wochenplanarbeit / Tagesplanarbeit
Das Praktizieren von Wochenplanarbeit / Tagesplanarbeit richtet sich nach den individuellen Erfordernissen und liegt im Ermessen der zuständigen Lehrerinnen.

 

2.2. Äußere Differenzierung

 

    • Lerngruppenarbeit

An drei Tagen der Woche arbeiten die für die vier Klassen zur Verfügung stehenden Lehrerinnen in den ersten 30 Minuten des Vormittags mit kleinen Lerngruppen, während die übrigen Kinder am Wochenplan, an Freier Arbeit bzw. an Werkstätten arbeiten.

Die Gruppen werden nach Diagnose und Absprache im Lehrerinnenteam in Bezug auf ihren momentanen Förderbedarf gebildet.

    • Falls der Schule ausreichend Lehrerstunden zur Verfügung stehen, werden – wie bisher – Förderstunden in leistungsdifferenzierten Gruppen ein- oder zweimal pro Woche in den Bereichen Deutsch und Mathematik durchgeführt.
    • Jahrgangsübergreifende Öffnung des Fachunterrichts
    • Patenschaften und Helfersystem
    • Gegenseitige Präsentation von Arbeitsergebnissen
    • Sozialtraining und Streitschlichtung
    • Arbeitsgemeinschaften (auch Eltern-AGs)
    • Gemeinsame Feiern / gemeinsames Singen

 

3. Bildung von Lerngruppen


3.1 Kriterien zur Einteilung der Kinder in Lerngruppen

Die Kriterien zur Einteilung der Kinder in Lerngruppen werden vom Lehrerinnenteam lernzielorientiert aufgestellt, regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

 

3.2 Methoden zur Einteilung der Kinder in Lerngruppen

  • Ermittlung der Lernausgangslage
    • zu Beginn der Schulzeit
    • zu Beginn neuer Unterrichtsinhalte
  • Beobachtung
    Einsatz von schulintern entwickelten Beobachtungsbögen zur unterrichtsbegleitenden Beobachtung
  • Lernstandsfeststellung
    Z.B. nach der Einführung eines Unterrichtsinhalts durch „Überforderungsaufgaben“
  • Lernfortschrittskontrolle
    • Pro Schuljahr und Lernbereich ca. vier Lernfortschrittskontrollen in regelmäßigen Abständen
    • Im Verlauf der Lerngruppenarbeit zur Planung weiterer methodischer Maßnahmen

Diagnosebögen müssen beschafft bzw. erstellt werden.

 

4. Ergänzungen


4.1 Rahmenbedingungen

 

  • Bei personellen Engpässen (z.B. Unterrichtsausfall durch Krankheit) soll der Unterricht im Klassenverband gegenüber der Lerngruppenarbeit Vorrang haben.
  • Klassenräume in örtlicher Nähe

 

4.2 Evaluation

Die Arbeit im Rahmen der neuen Schuleingangsphase wird einer regelmäßigen Überprüfung und Rechenschaftslegung unterzogen:

    • Beratung in Teamsitzungen anhand der Ziele der Eingangsstufe und festzulegender schulspezifischer Kriterien
    • Schülerbefragung am Ende von Arbeitsabschnitten und am Ende eines Schuljahres
    • Elternbefragung am Ende des Schuljahres
    • Berichte in der Lehrerkonferenz
    • Berichte in der Schulkonferenz

Am Ende des ersten Jahres der praktischen Erprobung wird über Möglichkeiten der Weiterentwicklung beraten.